Fünf Sätze, an denen sich unsere Retreats messen lassen
Wer heute KI-Tipps sammelt, hat in einem Jahr eine Liste veralteter Tool-Namen. Was bleibt, ist die Art, wie du mit der Maschine umgehst: wann du selbst denkst, wann du abgibst, was du nie abgibst. Diese fünf Sätze beantworten das für uns, und sie stecken in jedem Workshop, den wir bauen.
Erst denken, dann prompten. Ohne eigenen Entwurf wirst du zum Passagier in deinem eigenen Kopf: Du erkennst gute Vorschläge, aber du hast keine eigenen mehr. Bring deine Version zu Papier, bevor du siehst, was die Maschine vorschlägt.
Die Reihenfolge entscheidet mehr als die Formulierung. Wenn der Vorschlag der Maschine zuerst da ist, arbeitest du dich an ihm ab, statt deine eigene Richtung zu verfolgen. Du merkst es nicht, weil das Ergebnis trotzdem gut aussieht.
Deine eigene Antwort in Stichpunkten, bevor du das Ziel an eine KI übergibst. Der Entwurf muss nicht gut sein. Er muss nur vor der Maschine da gewesen sein.
Gelebte Erfahrung ist un-KI-bar. Ein Modell kennt alles, was je aufgeschrieben wurde. Es kennt nicht das Projekt, das dir um die Ohren geflogen ist, und was du danach anders gemacht hast. Das ist dein Vorsprung, und er wächst, je mehr Leute mit denselben Werkzeugen arbeiten.
Wenn fünf Leute denselben Prompt schreiben, kommt fünfmal dasselbe heraus. Der Unterschied entsteht davor: bei der Frage, auf die du überhaupt kommst. Die kommt aus dem, was du erlebt hast, nicht aus dem Modell.
Investiere in echte Erfahrungen. Mach Fehler. Lerne daraus. Heikel wird es, wenn du ausgerechnet die Arbeit abgibst, an der du bisher gewachsen bist: das erste eigene Konzept, das unangenehme Gespräch, die Analyse, bei der du dich festbeißt. Delegiere die Fleißarbeit. Den Widerstand behältst du.
Holz hat eine Faser. Man kann dagegen hobeln, aber glatt wird es nie. KI hat auch eine: stark im Umformulieren, schwach im Zählen, und lieber erfindet sie etwas, als zuzugeben, dass sie es nicht weiß. Wer das kennt, fragt anders.
Ein guter Handwerker kennt sein Holz. Ein guter KI-Nutzer kennt die Stärken und Schwächen der Modelle und arbeitet mit dem Material, nicht dagegen. Ein Modell liefert dir in Sekunden zehn Varianten. Welche davon in deinem Team funktioniert, kann es nicht wissen.
Ein Werkzeug, das du gut kennst, schlägt zehn, die du einmal ausprobiert hast. Das ist die unbequeme Nachricht für alle, die Tool-Listen sammeln: Der Sprung kommt nicht vom nächsten Tool.
Niemand liest die Release Notes von fünf Modellen. Aber wenn vierzehn Leute jeweils etwas anderes ausprobieren und es abends weitererzählen, deckt die Gruppe ab, was allein niemand schafft. Deshalb bauen wir Retreats und keine Kurse.
Am meisten lernst du nicht am eigenen Problem, sondern daneben. Wenn jemand etwas versucht, auf das du nie gekommen wärst, und es vor deinen Augen scheitert, hast du in zwei Minuten gelernt, wofür du sonst einen Abend gebraucht hättest.
Deshalb hört die Gruppe bei vierzehn Plätzen auf. Und deshalb bleibt sie nach den drei Tagen zusammen, in einer WhatsApp-Gruppe, in der morgens um sieben schon jemand geantwortet hat.
Etwas herzustellen kostet nichts mehr. Zwanzig Varianten sind eine Frage von Sekunden. Der Engpass ist nicht mehr, etwas zu produzieren, sondern zu entscheiden, welche der zwanzig rausgeht.
Wer beurteilen will, was eine KI schreibt, muss selbst schreiben können. Das gilt für Texte, für Code, für Konzepte. Ohne eigenes Handwerk hast du keinen Maßstab, sondern ein Bauchgefühl, das die Maschine leicht überstimmt. Geschmack ist die neue Superkraft.
Er entsteht durch Wiederholung, durch Vergleich und durch Leute, die dir sagen, dass etwas nicht gut ist. Das Letzte ist das Unangenehme daran, und es ist der Grund, warum wir das nicht online machen.
Im Nebel tanzen. Das ist, was wir lernen.The AI Retreat
Never Prompt Alone ist der Grund, warum die Gruppe bei vierzehn Plätzen aufhört und nicht bei vierzig. Wie du arbeitest, schreiben wir dir nicht vor. Aber kritisches Denken üben wir bewusst mit, und zwischen den KI-Sessions liegen Pausen: raus, Bewegung, kaltes Wasser. Der Kopf soll danach wieder klar genug sein, um weiterzumachen.