Drei Wege vom Quellenstapel zur fertigen Präsentation
Du hast deine Quellen beisammen und weißt, was hängen bleiben soll. Es fehlen die Folien. Diese Seite zeigt drei Wege dorthin, mit den Prompts, die wir selbst benutzen.
Eine Regel gilt bei allen dreien: erst das Skript, dann die Folien. Wer eine KI direkt Folien bauen lässt, bekommt gutaussehende Folien ohne Aussage und merkt es beim ersten Durchsprechen.

Ich baue meine Präsentationen mit Claude Code. Bevor eine einzige Folie entsteht, lasse ich das Skript schreiben. Erst wenn das steht, sage ich, wie die Folien aussehen sollen.
Zwei Dinge lege ich vorher in den Ordner: ein paar Beispiele für Präsentationen, die mir gefallen, und die Bilder, die verwendet werden dürfen. Ohne Beispiele kommt der generische KI-Look, den inzwischen jeder erkennt.
Eine Sache passiert bei mir jedes Mal: Claude Code packt zu viel Text auf die Folien. Ich schicke deshalb immer noch eine Runde hinterher, in der reduziert wird.
Am Ende sind meine Folien HTML-Seiten, die ich als PDF exportiere. Das ist mein Weg, weil ich so jedes Detail kontrolliere. Wenn du lieber eine Datei willst, die du danach selbst in PowerPoint weiterschiebst, nimm Claude Cowork. Das kann genauso gute Präsentationen.
Steffi Kieffer, Co-Gründerin
Dieser Teil ist bei allen drei Wegen gleich, und er entscheidet über alles danach. Nimm dafür den Chat, den du ohnehin offen hast: ChatGPT, Claude, egal. Häng deine Quellen an, als PDF oder als Text.
Ich halte einen Vortrag und will zuerst das Skript, noch keine Folien. Frag mich nacheinander, immer nur eine Frage auf einmal, und warte meine Antwort ab: Wer sitzt im Publikum und was weiß es schon? Wie lange rede ich? Welchen einen Satz sollen die Leute hinterher weitersagen? Was soll danach anders sein als vorher? Danach liest du die Quellen, die ich dir gegeben habe, und baust daraus eine Gliederung: pro Abschnitt eine Überschrift, die eine Aussage macht statt ein Thema zu nennen, drei bis fünf Sätze Inhalt und die Quelle dazu. Nimm nichts auf, was nicht in meinen Quellen steht. Wo dir etwas fehlt, schreib LÜCKE hin und sag mir, was du brauchst. Am Ende nennst du mir die Stelle, an der der Vortrag am ehesten kippt, und was ich dort noch klären muss.
Gutes Ergebnis: eine Gliederung, deren Überschriften du laut vorlesen kannst, ohne dass jemand fragt, was du damit meinst.
Geh das Skript Satz für Satz durch und markiere jede Aussage, für die ich dir keinen Beleg geliefert habe. Erfinde keine Quelle, keine Zahl und keinen Autorennamen, auch nichts, was plausibel klingt. Schreib bei jeder markierten Stelle dazu, ob sie einen Beleg braucht oder ob ich sie als meine eigene Einschätzung kennzeichnen sollte. Sortiere die Liste danach, wie sehr die Aussage mir schaden würde, wenn sie falsch ist. Die schlimmste kommt zuerst.
Gutes Ergebnis: eine kurze Liste, die dich ärgert. Genau dafür ist sie da.
| Gamma | ChatGPT | Claude | |
|---|---|---|---|
| Was es tut | baut aus deinem Text fertig gestaltete Folien | schreibt Folien direkt in dein PowerPoint | liest deine Quellen im Ordner und legt die fertige Datei daneben |
| Was du brauchst | Browser und ein Konto | ChatGPT-Konto, für das Add-in zusätzlich Microsoft 365 | Claude-Desktop-App, bezahlter Plan |
| Aufwand | eine Viertelstunde bis zum ersten Entwurf | Add-in einmal installieren, danach Minuten | Ordner einmal einrichten, danach läuft es |
| Was rauskommt | Web-Deck, Export als PPTX, PDF, PNG oder Google Slides | PPTX, direkt in PowerPoint weiterbearbeitbar | PPTX aus Cowork, HTML und PDF aus Claude Code |
| Stärke | sieht sofort ordentlich aus | du bleibst in dem Programm, das du kennst | arbeitet mit deinen Quelldateien statt mit kopiertem Text |
| Schwäche | Layouts verrutschen beim Export nach PowerPoint | das Design bleibt so gut wie deine Vorlage | packt zu viel Text auf die Folien |
| Passt, wenn | du einmal einen Vortrag hältst und nichts installieren willst | du an ein Firmen-Template gebunden bist | du mehr als einen Vortrag baust und das Aussehen bestimmen willst |
Der schnellste Weg. Du gibst Gamma dein fertiges Skript, Gamma macht daraus Karten, die aussehen, als hätte sie jemand gestaltet.
Formatiere mein Skript so um, dass ein Präsentationswerkzeug daraus direkt Folien bauen kann. Pro Folie: eine Überschrift, die eine Aussage macht, höchstens 20 Wörter sichtbarer Text als kurze Punkte, und darunter unter der Zwischenüberschrift Notizen der Fließtext, den ich dazu sage. Keine Folie ohne Aussage in der Überschrift. Ändere keine Inhalte und ergänze nichts, du formatierst nur um. Wenn ein Abschnitt für eine Folie zu voll ist, teile ihn auf zwei und sag mir, dass du das getan hast.
Der Prompt funktioniert genauso für ChatGPT und Claude. Er ist die Brücke vom Skript zu den Folien.
Seit Mai 2026 gibt es ein offizielles ChatGPT-Add-in für PowerPoint. Damit baust und änderst du Folien in dem Deck, das du gerade offen hast, also auch in der Vorlage deines Hauses.
Ohne Microsoft 365 geht es auch direkt im Chat: Skript einfügen, Datei erzeugen lassen, herunterladen. Du bekommst eine PPTX, die du in PowerPoint oder Keynote öffnest. Was du dabei nicht hast, ist der Blick auf die Folie während sie entsteht.
Bau mir aus diesem Skript eine PowerPoint-Datei zum Herunterladen. Eine Folie pro Abschnitt, Überschrift mit Aussage, höchstens vier Stichpunkte à höchstens zehn Wörter. Den Fließtext, den ich dazu sage, legst du in die Notizen der jeweiligen Folie. Titelfolie mit Thema, meinem Namen und Datum, am Ende eine Folie mit den Quellen genau so, wie ich sie dir gegeben habe. Keine Bilder, keine Icons, keine Grafiken erfinden. Wenn dir Inhalt für eine Folie fehlt, lass sie leer und schreib in die Notizen, was fehlt.
Codex ist der Coding-Agent von OpenAI, das Gegenstück zu Claude Code. Er kann Folien bauen, aber über den Umweg Code, so wie im nächsten Abschnitt beschrieben. Für einen einzelnen Vortrag nimmst du ChatGPT.
Der Unterschied zu den ersten beiden Wegen: Du kopierst keinen Text in ein Chatfenster, sondern gibst einen Ordner frei. Claude liest, was darin liegt, und legt das Ergebnis daneben. Deine Quellen bleiben PDFs, deine Bilder bleiben Bilder.
In diesem Ordner liegen mein Vortragsskript, meine Quellen als PDF und Bilder, die du verwenden darfst. Bau daraus eine PowerPoint-Datei und leg sie in denselben Ordner. Halte dich an die Beispielpräsentation im Ordner, was Schriftgrößen, Farben und Aufbau angeht. Eine Folie pro Abschnitt des Skripts, Überschrift mit Aussage, höchstens vier Stichpunkte, den Rest in die Notizen. Benutze nur Bilder aus dem Ordner, lade keine herunter und erzeuge keine. Übernimm keine Aussage, die nicht im Skript oder in den Quellen steht. Zeig mir vorher in Stichpunkten, wie du die Folien aufteilen willst, und fang erst an, wenn ich zugestimmt habe.
Das ist der Weg aus dem Kasten oben. Die Folien entstehen als HTML-Seite, die du im Browser durchblätterst, und werden am Ende als PDF exportiert. Mehr Kontrolle über jedes Detail, dafür arbeitest du im Terminal.
In diesem Ordner liegen mein Vortragsskript, meine Quellen, Bilder zur Verwendung und ein Beispiel für eine Präsentation, die mir gefällt. Wir machen das in zwei Schritten. Schritt eins: Lies alles und schlag mir die Folienaufteilung als Liste vor, pro Folie nur die Überschrift und einen Satz Inhalt. Halt danach an und warte auf mein Okay. Schritt zwei, erst nach meinem Okay: Bau die Folien als eine einzige HTML-Datei, ein Block pro Folie im Format 16 zu 9, Blättern mit den Pfeiltasten. Übernimm Schriften, Farben und Aufbau aus dem Beispiel. Benutze nur Bilder aus dem Ordner. Höchstens 30 Wörter sichtbarer Text pro Folie, alles andere kommt in die Sprechernotizen. Übernimm keine Aussage, die nicht im Skript oder in den Quellen steht.
Wenn die Folien stehen: „Exportier mir das als PDF, eine Seite pro Folie, 1440 mal 900, mit Hintergrundfarben."
Geh jede Folie durch und streich den Text auf das Nötigste zusammen. Auf der Folie steht nur, was ich zeigen muss, während ich rede. Alles, was ich sowieso sage, wandert in die Sprechernotizen. Höchstens 30 Wörter sichtbarer Text pro Folie, lieber weniger. Ganze Sätze auf der Folie nur, wenn es eine Kernaussage ist, die genau so stehen bleiben soll. Streich keine Inhalte weg, du verschiebst sie in die Notizen. Sag mir am Ende, welche Folie danach immer noch zu voll ist.
Preise, Pläne und Funktionen dieser Werkzeuge ändern sich schnell. Stand:
Gamma. Konto anlegen, Skript einfügen, exportieren, fertig. Du installierst nichts und lernst kein neues Werkzeug. Wenn du an ein Firmen-Template gebunden bist, nimm stattdessen das ChatGPT-Add-in in PowerPoint, weil du dort in deiner Vorlage bleibst.
Veröffentlichte Literatur, Abstracts und dein eigener Text: ja. Patientendaten: nein, auch nicht pseudonymisiert, solange deine Einrichtung das nicht freigegeben und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter geschlossen hat. Frag deinen Datenschutzbeauftragten, bevor du eine Datei hochlädst, nicht danach.
Ja, und die erfundenen sehen aus wie die echten: plausible Autorennamen, plausibles Journal, plausibles Jahr. Deshalb gibst du die Quellen selbst vor, sagst ausdrücklich, dass nichts dazukommen darf, und prüfst jede Referenz gegen das Original. Der Faktencheck-Prompt weiter oben findet die Stellen ohne Beleg. Den Blick ins Paper ersetzt er nicht.
Für Gamma nicht: Der kostenlose Zugang startet mit 400 Credits und exportiert nach PowerPoint, allerdings steht auf jedem Export „Made with Gamma". Das ChatGPT-Add-in für PowerPoint kostet ebenfalls nichts, setzt aber ein Microsoft-365-Abo voraus. Claude Cowork und Claude Code stecken in den bezahlten Claude-Plänen.
Wir haben es nicht getestet, deshalb steht es nicht in der Tabelle und bekommt von uns keine Empfehlung. Die Regel gilt bei jedem dieser Werkzeuge gleich: Das Ergebnis hängt an deinem Skript, nicht am Werkzeug.
Never Prompt Alone.The AI Retreat
Genau so arbeiten wir im Retreat: an deinen eigenen Aufgaben, mit Menschen neben dir, die gerade dasselbe bauen. Nächste Termine in den Bayerischen Alpen: 22.–24. Januar 2027 und 19.–21. Februar 2027. Der Oktober-Termin ist ausgebucht.